Prävention, Jugendschutz oder / und Medienbildung?

Auf Einladung der hessischen Landesmedienanstalt LPR durfte ich Ende September erstmals beim Deutschen Präventionstag (DPT) sprechen – zugleich mein erstes Prävinar. Die Veranstaltung war trotz des abendlichen Termins gut besucht; offensichtlich war mein Thema zwischen Prävention, Jugendschutz und Medienbildung gut angesiedelt. Und es passte definitiv zum Tagungsmotto „Smart prevention“.

Im Vorab-Interview mit dem Geschäftsführer des DPT, Erich Marks, bestätigte dieser meine Kernthese, dass Prävention im Bereich Medien weiter gedacht werden muss zu einem normativ grundierten Konzept der Medienbildung vulgo Vermittlung von Medienkompetenz. Medienpädagogik hat demnach die Aufgabe, ein notwendiges Gegengewicht zu einem notwendigen und sinnvollen Schutz von Kindern und Jugendlichen vor ungewollter Konfrontation mit überfordernden Medienerfahrungen zu leisten. Die Befähigung zu gesellschaftlicher Teilhabe ist neben der pädagogischen Begleitung individueller Medienaneignung und Förderung kreativer sowie sozialer Ausdrucksfähigkeit ein zentrales Ziel der Medienpädagogik. Die Verbindung zwischen den beiden oft gegensätzlich verstandenen Bereichen Jugendmedienschutz und Medienpädagogik ist aber gerade das wertbezogene Handeln der Akteure. Sie müssen eine ethisch-informierte Haltung entwickeln und sich qualifizieren, um Anknüpfungspunkte für ethische Diskussionen in medienpädagogischen Projekten identifizieren zu können.

Der DPT hat alle Aufzeichnungen des aufgrund der Covid-19-Pandemie digitalen Kongresses 2020 auf seinem YouTube-Kanal veröffentlicht. Viele weitere Informationen und Materialien, wie auch die Aufzeichnung der Prävinare des 25. DPT, finden sich zudem im DPT-Infopool, der im Kongressarchiv der DPT-Website nutzbar ist. Und „mein Prävinar“ gibt’s auch hier:

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